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Ratgeber

Arbeitgebermarketing für SHK-Betriebe: Wie ein Heizungsbetrieb zum Betrieb wird, bei dem man arbeiten will

Monteure wechseln zu Betrieben, die sie kennen. Was Arbeitgebermarketing im SHK-Handwerk konkret heißt, was es nicht ist, und wie Wallner, Schäfer und Fehl ihren Betrieb als Arbeitgeber sichtbar gemacht haben.

31. Oktober 2026
Videodreh für eine Recruiting-Kampagne bei einem SHK-Betrieb

Was Arbeitgebermarketing im SHK-Handwerk ist

Nicht Employer Branding mit Leitbild und Wertekanon. Arbeitgebermarketing für einen Heizungsbetrieb heißt: Die Monteure, Techniker und Azubis im Umkreis von 30 Kilometern wissen, dass es den Betrieb gibt, wer dort arbeitet, was man dort verdient und warum der Montag dort besser ist als bei ihrem jetzigen Betrieb. Wer das erreicht, bekommt Bewerbungen, auch ohne offene Stelle. Heizungsbau Schäfer hatte jahrelang keine einzige Azubi-Bewerbung und bekam sechs, ohne auszuschreiben, nur weil der Betrieb durch die Endkunden-Kampagne in der Region sichtbar war.

Warum es ohne nicht mehr geht

Die guten Leute sind in Beschäftigung. Sie suchen nicht, sie werden gefunden, und zwar von dem Betrieb, der ihnen auf Instagram, Facebook oder YouTube begegnet, bevor sie überhaupt an einen Wechsel denken. Markus Blank von Wallner Haustechnik hat vorher alles probiert: "Bei den meisten, muss ich ganz ehrlich sagen, war das ja Geldvernichtung." Mit sichtbarem Betrieb: von 7 auf 18 Mitarbeiter, "jede Stelle besetzen können und das innerhalb von kürzester Zeit."

Die fünf Bausteine

1. Gesichter statt Logo

Ein Monteur bewirbt sich bei Menschen, nicht bei einer GmbH. Das wichtigste Material sind kurze Videos, in denen die eigenen Leute sprechen: der Monteur über seinen Tag, der Kundendiensttechniker über seine Tour, der Azubi über seine erste Wärmepumpe, der Chef über das, was er vorhat. Julian von KLYMA über die Wirkung auf Kunden, die für Bewerber genauso gilt: "Der Kunde weiß einfach sehr, sehr früh, wer steckt hinter Klyma."

2. Konkrete Angaben statt Floskeln

"Attraktive Vergütung", "modernes Arbeitsumfeld", "familiäres Team" stehen in jeder Anzeige und sagen nichts. Was wirkt: Gehalt in Euro, Fahrzeugmodell, Notdienst-Rhythmus, Werkzeugmarke, Hersteller-Schulungen mit Namen, Anzahl der Teams, Arbeitsbeginn. Buckel Heizung und Sanitär nennt auf seinen Stellenseiten die Gehälter offen. Das filtert und zieht gleichzeitig an.

3. Eine Karriereseite, die Bewerbungen annimmt

Nicht ein Unterpunkt der alten Website mit PDF-Download. Eine eigene Seite pro Stelle, mit Video, konkreten Angaben, Fotos vom Team und einer Bewerbung in unter einer Minute: Name, Telefon, drei Fragen, abschicken. Vom Handy. Die Bewerbung landet sofort beim Inhaber, der am nächsten Tag anruft. Wer eine Woche wartet, hat den Bewerber verloren.

4. Dauerhafte Sichtbarkeit statt Kampagne bei Bedarf

Der Fehler vieler Betriebe: Recruiting-Anzeigen nur dann, wenn jemand gekündigt hat. Dann ist der Druck hoch und die Zeit knapp. Besser ist ein niedriges Dauerbudget, mit dem der Betrieb als Arbeitgeber in der Region präsent bleibt, und eine konzentrierte Kampagne, wenn eine konkrete Stelle offen ist. Daniel Urbanski von der Badschmiede hatte bei einer Bürostelle "innerhalb von eineinhalb Tagen 35 Bewerbungen im Haus" und konnte die Kampagne stoppen.

5. Kundenmarketing und Arbeitgebermarketing aus einem Guss

Dieselben Videos, die Hausbesitzer sehen, sehen auch Monteure. Ein Betrieb, der in der Region als Wärmepumpen-Spezialist bekannt ist, ist automatisch ein attraktiverer Arbeitgeber, weil Monteure dort moderne Technik und volle Auftragsbücher erwarten. Manuel Fehl von Fehl Heizung Sanitär fährt deshalb beides parallel: "Einmal zweimal Mitarbeiterkampagnen und einmal die Lead Kampagne. [...] Die Mitarbeiterkampagnen liefen auf Anhieb top."

Was Arbeitgebermarketing nach innen bewirkt

Markus Blank: "Wir haben Projektleiter eingestellt, wir haben Büro aufgestockt und somit sind die Monteure auf der Baustelle wiederum zufriedener, weil alles besser vorbereitet wird." Ein Betrieb, der seine Leute im Video zeigt, sagt ihnen damit auch, dass sie wichtig sind. Das hält die bestehende Mannschaft, während die neue dazukommt.

Was es nicht braucht

  • Keine Imagebroschüre, keine Leitbild-Workshops
  • Keine Hochglanz-Drohnenaufnahmen vom Firmengebäude
  • Keine Stellenanzeige auf fünf Portalen gleichzeitig
  • Keinen eigenen Marketing-Mitarbeiter, siehe Marketing selbst machen oder Agentur?

Der Einstieg

  1. Strategie-Session: Welche Stellen in den nächsten zwölf Monaten, welche Argumente hat der Betrieb wirklich, welches Gehalt
  2. Ein Drehtag mit Inhaber, Monteuren und Azubis, Material für mehrere Stellen und für Kundenvideos
  3. Karriereseite mit Stellenseiten, Kampagne live in 14 Tagen
  4. Dauerpräsenz plus konzentrierte Kampagnen bei offenen Stellen

Für die einzelnen Stellen: SHK-Monteure, Kundendienstmonteure, Elektriker, Projektleiter, Heizungsbaumeister, Azubis. Übersicht auf der Seite Mitarbeitergewinnung oder direkt Erstgespräch buchen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitgebermarketing und Recruiting?

Recruiting besetzt eine konkrete Stelle. Arbeitgebermarketing sorgt dafür, dass der Betrieb in der Region als Arbeitgeber bekannt ist, damit Recruiting schneller geht und Bewerbungen auch ohne Ausschreibung kommen, wie bei Heizungsbau Schäfer mit sechs Azubi-Bewerbungen.

Lohnt sich das für einen Betrieb mit acht Mitarbeitern?

Ja. Fehl Heizung Sanitär fährt mit acht Mitarbeitern zwei Mitarbeiterkampagnen, Wallner ist von sieben auf 18 gewachsen.

Muss ich Gehälter öffentlich nennen?

Es ist der stärkste einzelne Hebel. Wer gut zahlt, gewinnt damit. Wer nicht gut zahlt, bekommt ohne Zahl auch keine Bewerbungen von Leuten, die aktuell mehr verdienen.

Was heißt das für deinen Betrieb?

In der kostenlosen Strategie-Session rechnen wir die Zahlen für deine Region und dein Gewerk konkret durch.

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