Die drei Optionen
Ein SHK-Betrieb, der eigene Anfragen will, hat drei Möglichkeiten: Der Inhaber macht es nebenbei, ein Mitarbeiter wird dafür eingestellt, oder eine Agentur übernimmt. Alle drei kosten Geld. Der Unterschied liegt in Zeit, Geschwindigkeit und dem, was am Ende rauskommt.
Option 1: Der Chef macht es nebenbei
Durmus Pekel von HeatPure hat es versucht: "Ich hab halt nicht die Zeit, ja, und auch nicht die Kraft, meistens irgendwie auf Social Media Kampagnen zu erstellen und so weiter und Werbung zu schalten und dahinter zu sein, die Themen zu kontrollieren und so weiter." Daniel Urbanski von der Badschmiede zieht die Konsequenz: "Ich gebe das aus der Hand und mache das, was ich am besten kann, nämlich Heizungen einbauen." Eine Kampagne, die nach Feierabend läuft, wird nicht optimiert. Und eine Kampagne, die nicht wöchentlich optimiert wird, verbrennt Budget.
Option 2: Einen Marketing-Mitarbeiter einstellen
Ioannis Simeonidis von Friondo ist mit 31 Mitarbeitern groß genug für eine eigene Stelle. Er hat es durchgerechnet und verworfen:
"Daher sehen wir hier keinen Vorteil, das irgendwie intern zu regeln oder zu übernehmen oder jemanden einzustellen, der dieses Thema übernimmt. Geschweige davon überhaupt die Überlegung, dass das jemand in der Firma übernimmt, der kein Profi in dem Bereich ist oder einer von uns, der ganz andere Dinge administrativ im Unternehmen machen muss."
Die Rechnung dahinter: Ein Marketing-Mitarbeiter, der Meta Ads, Google Ads, Video, Landingpages und CRM gleichzeitig beherrscht, kostet mit Nebenkosten 60.000 bis 80.000 Euro im Jahr, kennt den Wärmepumpen-Markt nicht aus 18 anderen Betrieben und ist bei Krankheit oder Kündigung weg. Dazu kommt das Werbebudget, das in jedem Fall anfällt.
Option 3: Agentur, aber die richtige
Was Friondo stattdessen bekommt: "Wir sind zu euch getreten mit einem gewissen Wunsch, haben gesagt, so, wir möchten jetzt bitte so ein Videodreh haben mit so einem Content und der muss entsprechend nächste Woche online sein und dann habt ihr eigenständig entsprechend Videodreh organisiert, die Skripte vorbereitet, wir haben den Dreh gemacht, ihr habt das Material zusammengeschnitten und nächste Woche war das online." Der Aufwand beim Betrieb: "kurz mal bei WhatsApp, wir sprechen, wir definieren etwas, es wird umgesetzt."
Was der Betrieb trotzdem selbst machen muss
Eine Agentur nimmt nicht alles ab. Beim Betrieb bleiben:
- Vor die Kamera gehen, ein halber Tag pro Dreh
- Anfragen am selben Tag anrufen und Termine machen
- Einmal pro Woche oder alle zwei Wochen ein kurzer Abgleich. Silke Taubert von Energie360: "Alle zwei Wochen ein Call [...] manchmal ganz kurz ist, wenn alles läuft."
- Entscheiden, ob das Budget hoch oder runter geht
Silke Taubert über den Aufwand auf ihrer Seite: "Für das ist so wenig Arbeit erzeugt für mich, haben wir halt schöne Ergebnisse."
Woran man eine schlechte Agentur erkennt
Friondo hat vorher sechs Monate mit einer allgemeinen Werbeagentur verloren, die "einen Flyer erstellt und dann gesagt, den bewerben wir jetzt mal mit ein paar Euros." Eine Agentur ohne SHK-Referenzen ist teurer als ein eigener Mitarbeiter, weil sie Budget ausgibt, ohne zu wissen, was ein Hausbesitzer vor dem Wärmepumpenkauf wissen will. Die Prüffragen stehen im Artikel Agentur für Heizungsbauer auswählen.
Die Rechnung in einem Satz
Der Inhaber nebenbei kostet Optimierung und damit Budget, der eigene Mitarbeiter kostet ein Gehalt ohne Branchenerfahrung, die spezialisierte Agentur kostet ein Honorar und bringt 18 Betriebe Erfahrung mit. Friondo ist mit der dritten Option von 600.000 Euro auf knapp 5 Millionen Euro Umsatz gewachsen. Was wir konkret übernehmen und was beim Betrieb bleibt, klären wir im Erstgespräch.