Warum die Auswahl so oft schiefgeht
Die meisten Heizungsbauer suchen eine Agentur, wenn der Druck groß ist: Auftragslücke, Portal gekündigt, Monteur weg. Dann wird die erste Agentur genommen, die überzeugend klingt. Ioannis Simeonidis von Friondo hat so sechs Monate mit einer Berliner Werbeagentur verloren: "Es gab also keine tiefe Expertise und auch kein Bezug zum Markt. Das heißt, was genau brauchen diese Kunden, die das Produkt vielleicht kaufen möchten?" Die folgenden sieben Fragen hätten das verhindert.
1. Hat die Agentur Referenzen aus dem SHK-Handwerk?
Nicht "aus dem Mittelstand", nicht "aus dem Handwerk". Aus Heizungsbau und Wärmepumpe. Ioannis Simeonidis hat genau danach entschieden: "Da habe ich gesehen, dass ihr schon mit einen der größeren Anbietern zusammenarbeitet und habe mir gedacht, gut, wenn das bei denen klappt, und wir verkaufen das gleiche Produkt in der gleichen Region, dann haben wir ja gute Chancen, dass es auch bei uns funktioniert." Fragen Sie nach Zahlen pro Betrieb, nicht nach Logos. Unsere stehen in den Fallstudien.
2. Wird ein Konzept für Ihren Betrieb entwickelt oder ein Schema abgespult?
Julian von KLYMA hat mit großen Agenturen gesprochen: "Bei den größeren Agenturen oder bei den größeren Werbefirmen eher so war, dass ein Schema F geboten wurde, man konnte das nehmen oder man hat es gelassen." Florian Trabert von Nevola beschreibt das Gegenteil: "Man hat wirklich die Vorteile von uns rauskristallisiert. Ja, was macht uns als Meisterbetrieb in Berlin speziell? Was macht uns aus? Und das haben wir dann zusammen entwickelt." Durmus Pekel von HeatPure sieht bei anderen Anbietern "Mainstream oder immer das Gleiche". Prüfen Sie: Fragt die Agentur im Erstgespräch nach Ihrem Betrieb, Ihrer Region, Ihren Monteuren? Oder zeigt sie nur ihre Pakete?
3. Wer ist Ihr Ansprechpartner und wann ist er erreichbar?
Florian Trabert: "Ich habe direkt mit Justin, dem Geschäftsführer gesprochen. Er hat sich fast zwei Stunden für uns Zeit genommen am Abend. [...] Ich konnte um 19 Uhr noch jemanden schreiben oder anrufen." Martin Schäfer von Heizungsbau Schäfer: "Wir erreichen die zwei Leander und Justin quasi rund um die Uhr. Wir können auch unter Umständen sonntags kommunizieren." Ein Heizungsbauer arbeitet nicht von 9 bis 17 Uhr. Seine Agentur sollte das wissen.
4. Wie schnell werden Änderungen umgesetzt?
Christian von den Wärmepumpenspezis: "Das hat man noch nicht ganz ausgesprochen, da ist das gefühlt schon umgesetzt. Also nicht in der Minute genau, aber spätestens am nächsten Tag ist die Sache angepasst." Ioannis Simeonidis: "Wir können auf kurzen Dienstweg kurz telefonieren, eine Sache definieren, sie wird angestoßen, nächste Woche ist sie online." Fragen Sie, wie lange ein neues Video von der Idee bis zur laufenden Anzeige braucht.
5. Gibt es ein Reporting, das Sie verstehen?
Silke Taubert von Energie360: "Ich krieg alle vierzehn Tage ein Update, die Werbepreise, wie sind die Leads, wie sind die Leadzahlen, wie ist die Abschlussquote, wie viel haben wir verkauft durch eure Leads und so weiter. Und das ist ohne Nachfrage und ziemlich beständig." Wer kein Reporting bekommt, weiß nicht, ob das Budget arbeitet.
6. Arbeitet die Agentur auch für Ihren Wettbewerber im Nachbarort?
Christian, Wärmepumpenspezis, würde uns jedem empfehlen, mit einer Ausnahme: "Die Handwerker, die bei uns hier in der Region tätig sind, die würde ich da ganz gerne von ausschließen." Eine Agentur, die drei Heizungsbauer im selben Landkreis bewirbt, lässt sie gegeneinander bieten. Fragen Sie nach Regionsschutz.
7. Sagt die Agentur auch, was Sie selbst leisten müssen?
Eine seriöse Agentur verspricht keine Aufträge ohne Ihre Mitarbeit. Martin Schäfer: "Man braucht einen Partner, der mit dir die Leads abarbeitet. Wenn du als Chef solo unterwegs bist, kannst du diese Menge an Anfragen eigentlich nicht schaffen." Wenn im Erstgespräch niemand fragt, wer bei Ihnen die Anfragen anruft, ist das ein Warnsignal. Was Sie mitbringen sollten, steht im Artikel Lohnt sich eine Marketing-Agentur für meinen SHK-Betrieb?
Das Bauchgefühl zählt trotzdem
Ioannis Simeonidis hatte Bedenken: "Junges Unternehmen, zwei junge Menschen, ob das denn alles so Hand und Fuß hat, aber da wurden wir auch dann am Ende des Tages von unserem Bauchgefühl nicht getäuscht." Prüfen Sie die sieben Punkte, und dann entscheiden Sie, mit wem Sie die nächsten Jahre arbeiten wollen. Wenn Sie uns prüfen wollen: Erstgespräch buchen.