Wofür ein Betrieb einen Meister braucht
Für die Eintragung in die Handwerksrolle, als Betriebsleiter, für Ausbildung, für die Gewährleistung bei komplexen Anlagen. Und bei Wachstum: als zweiter Kopf, der Baustellen eigenständig führen kann. Der Haken: Wer den Meister hat, kann sich selbständig machen, und viele tun es. Die anderen sitzen fest bei Betrieben, die sie seit zwanzig Jahren kennen.
Welche Rolle ein Meister haben will
Ein Beispiel dafür, wie die Rolle aussehen kann, ist KLYMA in Hilden. Die beiden Gründer kommen aus dem Vertrieb und haben den Betrieb ohne eigenen Meisterbrief aufgebaut. Julian:
"Für uns war es immer super wichtig zu wissen, was sind unsere Kernkompetenzen und wo sind wir nicht so stark und in den Themen, in denen wir nicht so stark sind, Leuten zu vertrauen, die viel Erfahrung in dem Gebiet mitbringen. Genau deswegen haben wir von Anfang an auch einen sehr erfahrenen SHK Meister mit dazu genommen, der komplett für unser Montagegeschäft verantwortlich ist."
Komplette Verantwortung für die Montage, sechs Teams, ein Betrieb, der auf 30 Wärmepumpen im Monat wächst, und der Meister ist in den Kundenvideos zu sehen: "Wir machen Videos von unserem SHK Meister." Das ist die Art von Angebot, mit der ein Betrieb einen Meister gewinnt und hält. Ein Pflicht-Meister für die Eintragung, der ansonsten Monteur ist, bleibt nicht.
Was einen Meister reizt, der nicht gründen will
- Verantwortung für einen ganzen Bereich, ohne Unternehmerrisiko, Haftung und Bürokratie
- Technik auf Höhe der Zeit: Wärmepumpe, PV, Energiemanagement, nicht Gaskessel-Tausch
- Ein Betrieb mit Auftragsvorlauf und Wachstum, in dem es etwas aufzubauen gibt
- Beteiligung oder Nachfolge als Perspektive, wenn der Inhaber das ernst meint
- Gehalt in Euro, Firmenwagen, geregelte Zeiten
- Sichtbarkeit: als Gesicht des Betriebs in Videos und beim Kunden, nicht als Name auf dem Briefkopf
Was im Video gesagt wird
Der Inhaber spricht über den Betrieb, die Richtung und die Rolle, die der Meister darin hat. Konkret: Wie viele Anlagen im Jahr, welche Hersteller, wie die Teams aufgestellt sind, wer heute die Baustellen führt und was sich mit dem neuen Meister ändert. Wenn Nachfolge ein Thema ist, gehört das in die Stellenseite. Meister in den Fünfzigern, die ihren Betrieb nicht übergeben konnten, sind eine unterschätzte Zielgruppe: Sie bringen Erfahrung, suchen aber keine Gründung mehr.
Der Radius und die Zielgruppe
Meister sind selten, der Radius liegt deshalb bei 50 Kilometern und mehr. Die Anzeigen sprechen gezielt Personen mit SHK-Hintergrund und mehrjähriger Erfahrung an, in einer Kette aus mehreren Videos. Ein Meister in fester Stellung braucht Zeit und mehrere Kontaktpunkte, bevor er sich meldet. Die Bewerbung selbst dauert unter einer Minute, das Gespräch danach führt der Inhaber persönlich.
Realistische Erwartung
Eine Meisterstelle wird nicht in zwei Wochen besetzt. Rechnen Sie mit mehreren Wochen bis zu den ersten ernsthaften Gesprächen und mit Kündigungsfristen von drei Monaten. Dafür erreicht dieselbe Kampagne nebenbei Monteure und Techniker, weil ein Betrieb, der einen Meister mit echter Verantwortung sucht, für alle attraktiv wirkt. Ablauf und Details: Führungsstellen besetzen oder Erstgespräch buchen.